RescueTime ist ein personenbezogenes Zeiterfassungstool mit hervorragenden analytischen Funktionen. Das Tool gibt nämlich präzisen Aufschluss über den Verbleib der Arbeits- und Unterhaltungszeit am PC oder Mac.

Ein auf dem Gerät installierter Client erfasst die investierte Zeit für jede beliebige Anwendung und Website – wahlweise rund um die Uhr oder zu spezifischen Zeiten. Um die eigene Privatsphäre besorgte User können aufatmen: RescueTime erlaubt eine hochdetaillierte Konfiguration der Aufzeichnungsparameter. Beispielsweise können die Titel von Webseiten mit in die Analyse einfließen, oder aber auch ignoriert werden. Zu keiner Zeit werden jedoch die eigentlichen Inhalte von Anwendungen oder Webseiten mitgeschnitten. Dasselbe gilt für Fenstertitel oder Dokumentennamen, die ebenso der Konfiguration unterliegen. Es sei jedoch gesagt, dass eine detaillierte Aufzeichnung durchaus Vorteile hat. So lässt sich beispielsweise leicht erkennen, welches Projekt (oder folglich welcher Kunde) besonders viel Zeit beanspruchte.

RescueTime verfügt darüber hinaus über eine Whitelist, auf welcher die zu überwachenden Domains festgehalten werden können. Somit können statt der umfassenden Standardeinstellung nur einige ausgewählte Seiten in die Auswertung einfließen, sofern gewünscht. Übrigens erfasst RescueTime standardmäßig auch nur die verbrachte Zeit auf jugendfreien Websites. Problematische Aktivitäten, im technischen Sinne, wie beispielsweise VMWare oder Bildschirmschoner können ebenso auf eine Blacklist gesetzt werden. Die Betrachung der Statistiken und Ergebnisse erfolgt im browserbasierten Backend auf RescueTime.com.

Zu Beginn der kostenlosen Registrierung (es gibt auch eine kostenpflichtige Pro-Version und eine Team-Version mit mehr Features) wird der Nutzer um eine persönliche Einschätzung gebeten. Hierbei können Aktivitäten nach ihrem Produktivitätsniveau kategorisiert werden. Diese Abfrage halte ich für sehr hilfreich, denn soziale Netzwerke können je nach Job entweder Zeitverschwendung oder tatsächlich produktive Tätigkeiten sein. Auf Basis dieser (später auch veränderbaren) Kriterien stellt RescueTime dann die ersten Analysen aus. Diese können wahlweise sehr detailliert oder auch in Kurzreports betrachtet werden. Beispielsweise kann die Effizienzdarstellung auf einen Wochenschnitt, einzelne Stunden oder auf den ganzen Tag bezogen sein. Die Zeiterfassungsfunktion arbeitet präzise und zuverlässig, Pausen lassen sich manuell setzen und werden bei längerer Inaktivität automatisch erkannt.

RescueTime erwies sich im zweiwöchigen Praxistest als äußerst nützliches Tool mit sehr aufschlussreichen Reports und guter Kompatibilität zu aktuellen Windows und Mac OS X Versionen. Die klare Darstellung in Balkendiagrammen ist selbst bei der kostenlosen Lite-Version sehr gelungen und hilft beim Erkennen von Flaschenhälsen und Zeitkillern. Erfahrungsgemäß finden sich bei den Zeitfressern reichlich delegierbare Aufgaben – da können wir gerne Abhilfe schaffen!